Neues aus DJB Projekten

konzi am 19.07.2017

Dosto - 4 Juli, 2017 - 18:49

Es ist mal wieder soweit. Am 19.07. (ja mitten in der Woche) findet hier ein Konzert statt. 3 Bands (siehe rechts an der Seite) werden spielen, los gehts gegen 19.00 Uhr (und wir versuchen wirklich pünktlich anzufangen...)

Kommt rum!

Grenzen überwinden - Ein Erfahrungsbericht aus Belgrad

Horte - 27 Mai, 2017 - 15:26

Im März 2016 verkündeten Regierungs- und EU-Vertreter die offizielle Schließung der Balkanroute. Die Grenzen für Flüchtende wurden abgeriegelt und somit ein Weiterkommen unmöglich. Nichtsdestotrotz sind weiterhin Menschen entlang der Route auf dem Weg nach West- und Nordeuropa. Die Flüchtenden brechen vom Belgrader Hauptbahnhof ohne Nahrung und trotz widriger Bedingungen auf, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, denn die Hoffnung ist nie verloren.

Am alten Hauptbahnhof in Belgrad (Serbien) wurde ein "illegales" Camp von Geflüchteten errichtet. Selbstorganisiert und unter Beobachtung der Polizei versuchen die Menschen zu überleben, ohne fließend Wasser, Strom und unter eisigen Temperaturen. Zusammen mit Hot Food Idomeni waren Aiad und sein Vater 2 Wochen in Belgrad und haben für die Geflüchteten gekocht. Wie ist die aktuelle Situation ist und wie sich die Arbeit mit den Geflüchteten vor Ort gestaltet? Diese und weitere Fragen möchten wir zusammen mit euch behandeln.

Wann? Am 02. Juni im sozialen Zentrum Horte in der Peter-Göring-Straße 25 Strausberg. Der Eintritt ist natürlich frei.

Wir freuen uns auf euch!

PM: Wir haben Zuwachs! Der Nashornkäfer lebt jetzt bei uns

Horte - 22 Mai, 2017 - 21:28
Seit Jahren ist die äußere Erscheinung des Horte Grund für Streit, Mahnungen und Beschwerden.  Widerständige Benjeshecken, wildwachsende Gräser und die Metallfiguren stehen immer wieder in der Kritik. Nur die Wenigsten denken an Natur, biologische Vielfalt oder gar bedrohte Arten, wenn sie unseren Garten sehen. Stadtverwaltung, Nachbar_innen und Hobbygärtner_innen fordern immer wieder kürzeren Rasen, weniger Hecken, Gartenzwerge und vor allem Ordnung! Bedacht wird jedoch nicht, dass das Chaos Methode ist:  die hohe Lebensraumdiversität, führt  zu einer bunten Gartenfauna, in der  verschiedene  Pflanzen und Tiere,  auch jene die sich sonst in bearbeiteten Gärten nicht wohl fühlen, ein Zuhause finden.    Unzählige Streits, Schweiß und Blut von vielen Helfer_innen, unzählige Flüche, tausende Mückenstiche, fünf  Rasenmäher und 9 Harken hat der Garten schon verschlungen. Dazu stecken die Expertise von zwei Ökologen, einer Biologin und mittlerweile über zwanzig Personen die ihr freiwilliges Ökologisches Jahr hier absolvierten  in diesem Chaos. Und seit neuestem können wir durch dies alles einen neuen Bewohner in unserer grünen Mitte begrüßen. Beim Beete umgraben, sind uns mehrere Nashornkäfer auf die Hände gekrabbelt. Verrottende Pflanzenteile, abgestorbenes Holz, Kompost  also naturbelassene Orte und nicht die akkurat gejätesten Kräuterbeete ermöglichen den Nashornkäfern alle Stadien ihrer Entwicklung erfolgreich zu durchlaufen. Sie  bieten den Larven Nahrungsangebot und Lebensraum,  und bilden für die adulten Tieren ein hervorragendes Biotop. Was dem Deutschen ein Graus, ist dem Käfer sein Zuhaus!    Wir haben die Käfer natürlich gleich wieder eingegraben, da diese erst im Juni nach 2-5 jährigem Larvenstadium aus der Erde kommen. Außerdem sind die Käfer sowohl nach Bundesnaturschutz-gesetz als auch nach Bundesartenschutzverordnung besonders und streng geschützt. Damit ist das Verletzen oder Töten, aber auch das fangen verboten.   Stephanie Hinze – Pressesprecherin vom AJP 1260 e.V. – sagt dazu: „Wir haben bereits mit lokalen Nabu-Gruppen Kontakt aufgenommen. Wir wollen uns gemeinsam anschauen, ob es sich nur um eine temporäre Population handelt, oder ob nun dauerhaft die Käfer bei uns wohnen werden. Außerdem bieten wir auch gerne Beratungen an, wie jeder Garten zum Biotop für die possierlichen Tierchen werden kann.“

Pressemitteilung: „Voller Vorfreude auf die Herausforderungen und Möglichkeiten, die eine Migrationsgesellschaft bietet“

Utopia e.V. - 21 Mai, 2017 - 14:25

Der Uto­pia e.V. wird von Früh­jahr bis Ende des Jah­res das Pro­jekt „Be­geg­nung – Em­power­ment – Zu­kunft“ um­set­zen. Im Rah­men des Pro­jek­tes wer­den Ju­gend­li­che und junge Er­wach­sene mit und ohne Flucht­hin­ter­grund ge­mein­sam ihre Vor­stel­lung ei­ner ge­rech­ten und so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft dis­ku­tie­ren. Nach ei­ner ge­mein­sa­men „Zu­kunfts­werk­statt“ 10.-11. Juni 2017, An­mel­dung un­ter http://www.utopia-ffo.org/future un­ter dem Motto: “The Fu­ture ist still un­writ­ten! Junge Ideen für Frank­furt (Oder)” wer­den sich die Teil­neh­men­den in Se­mi­na­ren und Work­shops, auf Aus­flü­gen und in Dis­kus­sio­nen Fä­hig­kei­ten und Wis­sen an­eig­nen, die sie in die Lage ver­set­zen ein ge­mein­sa­mes Pro­jekt zu rea­li­sie­ren, das sie dann der Öffent­lich­keit vor­stel­len.

„Diese Ge­sell­schaft ver­än­dert sich. Die Men­schen, die aus an­de­ren Län­dern ge­flo­hen sind, um in Deutsch­land bzw. in Frank­furt (Oder) eine wei­tere Hei­mat zu fin­den, wer­den ihre Spu­ren hin­ter­las­sen. Wir sind vol­ler Vor­freude auf die Her­aus­for­de­rung und Mög­lich­kei­ten, die eine Mi­gra­ti­ons­ge­sell­schaft bie­tet. Es ist an der Zeit Mi­gra­tion in ers­ter Li­nie als Chance nicht als Be­las­tung für eine Ge­sell­schaft zu se­hen.“, so Ja­nek Las­sau, Ko­or­di­na­tor des Pro­jekts.

Das Pro­jekt wird un­ter an­de­rem mit Gel­dern der „Bun­des­zen­trale für po­li­ti­sche Bil­dung“ und im Rah­men des Bun­des­pro­gramms „De­mo­kra­tie le­ben!“, durch das Bun­des­mi­nis­te­rium für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frauen und Ju­gend so­wie aus Mit­teln des Lan­des­mi­nis­te­rium für In­fra­struk­tur und Lan­des­pla­nung, des Städ­te­bau­för­der­pro­gramms „So­ziale Stadt“ und Mit­teln der Stadt Frank­furt (Oder) rea­li­siert.

The Future is still unwritten! Junge Ideen für Frankfurt (Oder)

Utopia e.V. - 18 Mai, 2017 - 12:04

The Future is still unwritten!
Junge Ideen für Frankfurt (Oder)

- english, dari & arabish version below –

In den letzten Jahren sind viele Menschen, darunter auch viele Jugendliche, aus verschiedenen Ländern nach Deutschland und auch nach Frankfurt (Oder) gekommen, weil sie aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten. Wir alle, Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund, leben jetzt gemeinsam in Frankfurt (Oder) und sollten die Stadt auch gemeinsam gestalten.

Du hast Bock, mal was Eigenes auf die Beine zu stellen? In deinem Kopf schwirrt es voller Ideen, was in Frankfurt (Oder) fehlt? Eine Skaterampe oder ein Sportevent? Eine Zeitung von Jugendlichen für Jugendliche oder etwas ganz anderes? Du willst beispielsweise einen Film über Frankfurt drehen oder ein Konzert mit deinen Lieblingsbands organisieren, weißt aber gar nicht wie das geht? Kein Problem, wir können das zusammen lernen.

In einer zweitägigen „Zukunftswerkstatt“ kannst du deine Ideen vorstellen, andere jugendliche Mitstreiter*innen kennenlernen und daran arbeiten, deine Ideen mit ihnen in die Tat umzusetzen. Damit es auch mit der Verständigung so gut wie möglich klappt, können wir auf Dolmetscher*innen für Deutsch, Englisch, Arabisch und Dari zurückgreifen.

Interesse?

Das Projekt richtet sich an Jugendliche zwischen 15-18 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos. Melde dich an unter: utopia-ffo.org/future

Einen Flyer zum Projekt gibt es hier.

The Future is still unwritten!
Young Ideas For Frankfurt (Oder)

During the last years many people, part of them teenagers, of different origins came to Germany and Frankfurt (Oder) because they had to flee their homecountries. With or without refugee background, we´re all living together in Frankfurt (Oder) now and should organize our daily life in this city together!

You would like to build something by yourselve? Your head is full of ideas about what is missing in Frankfurt (Oder)? A halfpipe or a sports-event? A magazine made by young people for the youth or even something completely different? You would like to make a movie about Frankfurt or organize a concert with your favorite band for example, but you don’t know how to? No problem we can take it on together.

In a two days lasting „Future Workshop“ you can present your ideas, get to know other teenaged fellows and work on making your dreams come true. In order to enhance our communication and comprehention we will have translators for German, English, Arabic and Dari amongst us.

Interested?

The project is aimed at teenagers between 15-18 years. Participation is for free. Apply under: utopia-ffo.org/future

آیند هنوز نانوشته است
اندیشه های جوانان برای فرانکفورت اودر

درجریان سال های گذشته بسیاری از مردم که تعدادی از آنها نوجوانان
میباشند، از نقاط مختلف به آلمان و فرانکفورت اودر آمدند, زیرا آنها
مجبور به فرار از وطنشان شدند. با یا بدون پیشینه پناهندگی.هم اکنون ما همه
با هم در فرانکفورت اودر زندگی میکنیم وباید زندگی روزمره خود را در این
شهر باهم سازماندهی کنیم

آیا دوست دارید چیزی را خودتان بسازید؟ ذهن شما پر از ایده های است در
مورد اینکه چه چیزهایی در فرانکفورت اودر بدست نیامده است؟ اسکیت شیب دار
و یا یک رویداد ورزشی؟ روزنامه‌های جوانان برای جوانان ویا حتی یک چیزی
کاملا متفاوت؟ شما میخواهید به عنوان مثال یک فیلم در مورد فرانکفورد اودر
ویا یک کنسرت با گروهای مورد علاقه ی خود برگزار کنید، اما هیچ نمی دانید
که چه طور این کار انجام شود؟ مشکلی نیست،ما میتوانیم باهم در یک ورکشاپ
آموزشی دوروزه در آیندها بیاموزیم

شما می‌توانید ایده های خود را بیان کنید، با دیگر همراهان نوجوانان آشنا
شوید و دیدگاه هایتان را به اشتراک گذاشته و با ارتباطات خود آن را عملی
سازید. برای به حقیقت پیوستن رویاهایتان تلاش کنید. به منظور افزایش
ارتباطات و درک مطلب بهتر ، برای زبانهایی آلمانی، انگلیسی، دری و عربی
مترجم خواهیم داشت
علاقمند هستید.!؟
این پروژه برای نوجوان در ردهای سنی ۱۵ تا ۱۸ سال میباشد
مشارکت به صورت رایگان
درخواست در لینک زیر

The Future is still unwritten!
‫غيرمكتوب‬ ‫يزال‬ ‫ل‬ ‫!المستقبل‬
‫أودر‬ ) ‫لفرانكفورت‬ ‫الشباب‬ ‫أفكار‬ )
‫من‬ ‫العديد‬ ‫ذلك‬ ‫في‬ ‫بما‬ ،‫الناس‬ ‫من‬ ‫كثير‬ ‫حضر‬ ،‫الخيرة‬ ‫السنوات‬ ‫في‬
، ( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫و‬ ‫ألمانيا‬ ‫إلى‬ ‫البلدان‬ ‫مختلف‬ ‫من‬ ‫الشباب‬
. ‫منه‬ ‫لبد‬ ‫كان‬ ‫الصلية‬ ‫بلدانهم‬ ‫من‬ ‫الفرار‬ ‫لن‬
( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫في‬ ‫سوية‬ ‫الن‬ ‫نعيش‬ ،‫اللجوء‬ ‫خلفية‬ ‫وبدون‬ ‫مع‬ .‫الشباب‬ ‫جميعا‬ ‫ونحن‬
‫معا‬ ‫المدينة‬ ‫نشكل‬ ‫أن‬ ‫أيضا‬ ‫ينبغي‬ ‫و‬
‫رأسك‬ ‫في‬ ‫؟؟؟‬ ‫بيك‬ ‫خاص‬ ‫شي‬ ‫تخصص‬ ‫أن‬ ‫؟؟؟‬ ‫مزاج‬ ‫لديك‬
‫؟‬ ( ‫أودر‬ ) ‫فرانكفورت‬ ‫في‬ ‫المفقودة‬ ‫الفكار‬ ‫من‬ ‫كثير‬
‫تزلج‬ ‫منحدر‬
‫أو‬ ‫للشباب‬ ‫الشباب‬ ‫صحيفة‬ ‫رياضي؟‬ ‫حدث‬ ‫أو‬
،‫فرانكفورت‬ ‫عن‬ ‫فيلم‬ ‫عمل‬ ،‫المثال‬ ‫سبيل‬ ‫على‬ ،‫تريد‬ ‫آخر؟‬ ‫شيء‬
،‫لديك‬ ‫المفضلة‬ ‫الفرق‬ ‫مع‬ ‫موسيقي‬ ‫حفل‬ ‫تنظيم‬ ‫أو‬
. ‫معا‬ ‫نتعلم‬ ‫أن‬ ‫يمكننا‬ ،‫مشكلة‬ ‫توجد‬ ‫ل‬ ‫ذلك؟‬ ‫تفعل‬ ‫كيف‬ ‫تعرف‬ ‫ل‬ ‫ولكن‬
‫أفكارك‬ ‫عرض‬ ‫يمكنك‬ ‫يومين‬ ‫لمدة‬ “ ‫المستقبل‬ ‫عمل‬ ‫ورشة‬ “ ‫في‬
. ‫معهم‬ ‫أفكارك‬ ‫تنفيذ‬ ‫على‬ ‫العمل‬ ‫و‬ ‫الخرين‬ ‫الشباب‬ ‫على‬ ‫التعرف‬ ‫و‬
‫على‬ ‫نعول‬ ‫أن‬ ‫نستطيع‬ ،‫ممكن‬ ‫وجه‬ ‫أفضل‬ ‫على‬ ‫بينكم‬ ‫التواصل‬ ‫يكون‬ ‫أن‬ ‫أجل‬ ‫من‬
. ‫والداري‬ ‫والعربية‬ ‫والنجليزية‬ ‫اللمانية‬ ‫في‬ ‫مترجمين‬
‫مهتم؟‬
‫ال‬ . ‫عاما‬ 18 – 15 ‫بين‬ ‫أعمارهم‬ ‫تتراوح‬ ‫الذين‬ ‫الشباب‬ ‫إلى‬ ‫المشروع‬ ‫ويهدف‬
‫السفل‬ ‫في‬ ‫الدخول‬ ‫تسجيل‬ . ‫مجانية‬ ‫المشاركة‬

Keine Räumung der Friedel 54!

Horte - 14 Mai, 2017 - 16:58

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

/* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:none; mso-hyphenate:none; text-autospace:ideograph-other; font-size:12.0pt; font-family:"Times New Roman","serif"; mso-bidi-font-family:Mangal; mso-font-kerning:1.5pt; mso-fareast-language:ZH-CN; mso-bidi-language:HI;}

Die Friedel 54 ist ein Kiezladen im Norden Neuköllns und aktuell stark Räumungsbedroht.

Worum es geht

Hier werden seit 13 Jahren verschiedenste Angebote geschaffen, bspw. eine kostenfreie Mietrechtsberatung; Infoabende zu aktuellen lokalen und globalen Problemen und Kämpfen veranstaltet; Essen und Getränke gegen Spende verkauft; sowie Kicker, Siebdruckwerkstatt und Umsonstladen bereitgestellt. Das Projekt ist vollkommen selbstverwaltet und unkommerziell. 15 verschieden Initiative, Projekte und Gruppen organisieren zusammen den Alltag, Veranstaltungen und die verschiedenen Angebote.

Ende 2015 begann ein Streit um Kündigung durch die damaligen Hauseigentümer. Die Hauseigentümer wollten Sanieren und danach teurer vermieten, um mehr Profit zu machen. Seit Mai 2016 zahlt der Kiezladen keine Miete mehr. Seit einem Jahr ist der Kiezladen also besetzt – aus Protest gegen Verdrängung im Zuge von Aufwertungen von Wohnungen, Häusern und Stadtteilen. Im Oktober wurde das Haus, samt Räumungsklage von der Firma Pinehill s.a.r.l. gekauft. Die Räumungsklage wurde Anfang dieses Jahres vor Gericht verhandelt und durch das Neuköllner Amtsgericht als rechtmäßig angesehen. Der Kiezladen, seine Nutzer_innen und die Mieter_innen des restlichen Hauses sollten bis 31. März 2017 das Haus verlassen. Ab 1. April ist die offizielle Duldung abgelaufen und sowohl Laden als auch Wohnungen sind akut räumungsbedroht.

Verschiedene Versuche die Kündigung aufzuheben, neue Verträge zu erlangen und die Räumung irgendwie aufzuheben, sind gescheitert. Neue Mietvertragsvorschläge, Versuche das Haus zu kaufen, runde Tische und Kooperationsgespräche durch die Mieter_innen und Initiativen der Friedelstraße sind größtenteils durch die Eigentümer nicht erwidert worden und somit ebenfalls  gescheitert.

 Kein Einzelfall

Die letzten beiden Jahre wurden geprägt durch immer wieder neue Räumungsdrohnisse gegen rebellische und solidarische Strukturen, sowie gegen Mieter_innen, die sich eine Mieterhöhung nicht leisten können. Zwangsräumen sind an der Tagesordnung. Berlin erfährt einen riesigen, andauernden Bauboom. Dabei wird aber so gut wie kein sozialer Wohnraum geschaffen, sondern bestehender Wohnraum saniert und teuer neuvermietet oder alte Häuser komplett abgerissen und neugebaut. Diese edlen Neubauten können sich viele Altmieter_innen nicht leisten und müssen wegziehen, meist an den Standrand. Die Hauseigentümer_innen machen durch die gesteigerte Miete hohe Gewinne. Die Rigaer Straße 94, das M99 und die Friedel 54 sind dabei Projekte, die besonderes Aufsehen erregen, da sie sich dem Druck widersetzen. Sie organisierten sich, bauten öffentlichen Druck auf und wehrten sich zum Teil auch militant gegen die Verdrängung.

Von Berlin nach Strausberg nach Barcelona

Dieser Trend ist nicht lokal begrenzt. In allen Städten können wir beobachten, wie einkommensschwache Menschen aus Vierteln verdrängt werden. Sei es durch Luxussanierungen, Ferienwohnungen oder Zuzug. Sobald die Nachfrage nach Wohnraum steigt, kann dieser teurer verkauft werden. Wohnraum gibt es in verdichteten Stadtbereichen nur begrenzt, bei vielen Nachfragen, können die Eigentümer_innen die Miete steigern und werden durch die hohe Nachfrage immer wieder Leute finden, die gewillt sind die hohen Preise zu zahlen. Ausgeschlossen werden alle, die sich das nicht leisten können.

Bedürfnisse nach Wohnraum, Essen und Mobilität können noch so groß sein. Sie sind im Kapitalismus irrelevant, wenn die Menschen kein Geld haben, um sie zu befriedigen. Der größte Hunger ist egal. Wenn kein Geld da ist, bleibt der Hunger trotzdem. So gerne Menschen auch im Innenstadtbereich wohnen würden, wer dort wohnen kann regelt nicht die Nachfrage, sondern die Einkommen. Dies sieht man vor allem daran, dass Menschen täglich zwangsgeräumt werden, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können, da so Platz für neue Mieter_innen gemacht werden, die sich die neue Miete leisten können.

Auch in Strausberg haben wir vor kurzem im Stadtgebiet großflächig greifende Mieterhöhungen erfahren, kurz nachdem der Nordheimbund sich auflöste, der vorher Mietberatung stellte und sich gegen Mieterhöhungen wehrte. Parallel werden Wohnungen saniert und große, mit Blick auf den See gelegene Wohnungen gebaut, die sich wohl nur wenige Leute leisten können. Auch wenn der Trend nicht so stark ist, wie in den Großstädten, so wird sich auch hier eine kontinuierliche Mieterhöhung einstellen.

 Und jetzt?

Der Kiezladen Friedel 54 stehen Beispielhaft für Widerstand gegen Mieterhöhung und Verdrängung. Die Räumung zu verhindern ist deswegen nicht nur ein Zeichen gegen selbiges, sondern auch ein aktiver Akt, die Logik des Profits mit der Miete abzulehnen. Gegen Verdrängung zu kämpfen, heißt antikapitalistisch zu kämpfen. Auch wenn wir damit nicht von heute auf morgen die Welt verändern können, so ist es für die Bewohner_innen und für den Laden ein wichtiger solidarischer Akt. Außerdem ist ein Schritt hin, die Gesamtscheiße zu überwinden und ein solidarisches Miteinander zu organisieren.

Achtet auf Ankündigungen. Am Tag X die Räumung verhindern. Und am 8. Juli nach Hamburg fahren!

 

Keine Räumung der Friedel 54!

Horte - 14 Mai, 2017 - 16:58

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

/* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:none; mso-hyphenate:none; text-autospace:ideograph-other; font-size:12.0pt; font-family:"Times New Roman","serif"; mso-bidi-font-family:Mangal; mso-font-kerning:1.5pt; mso-fareast-language:ZH-CN; mso-bidi-language:HI;}

Die Friedel 54 ist ein Kiezladen im Norden Neuköllns und aktuell stark Räumungsbedroht.

Worum es geht

Hier werden seit 13 Jahren verschiedenste Angebote geschaffen, bspw. eine kostenfreie Mietrechtsberatung; Infoabende zu aktuellen lokalen und globalen Problemen und Kämpfen veranstaltet; Essen und Getränke gegen Spende verkauft; sowie Kicker, Siebdruckwerkstatt und Umsonstladen bereitgestellt. Das Projekt ist vollkommen selbstverwaltet und unkommerziell. 15 verschieden Initiative, Projekte und Gruppen organisieren zusammen den Alltag, Veranstaltungen und die verschiedenen Angebote.

Ende 2015 begann ein Streit um Kündigung durch die damaligen Hauseigentümer. Die Hauseigentümer wollten Sanieren und danach teurer vermieten, um mehr Profit zu machen. Seit Mai 2016 zahlt der Kiezladen keine Miete mehr. Seit einem Jahr ist der Kiezladen also besetzt – aus Protest gegen Verdrängung im Zuge von Aufwertungen von Wohnungen, Häusern und Stadtteilen. Im Oktober wurde das Haus, samt Räumungsklage von der Firma Pinehill s.a.r.l. gekauft. Die Räumungsklage wurde Anfang dieses Jahres vor Gericht verhandelt und durch das Neuköllner Amtsgericht als rechtmäßig angesehen. Der Kiezladen, seine Nutzer_innen und die Mieter_innen des restlichen Hauses sollten bis 31. März 2017 das Haus verlassen. Ab 1. April ist die offizielle Duldung abgelaufen und sowohl Laden als auch Wohnungen sind akut räumungsbedroht.

Verschiedene Versuche die Kündigung aufzuheben, neue Verträge zu erlangen und die Räumung irgendwie aufzuheben, sind gescheitert. Neue Mietvertragsvorschläge, Versuche das Haus zu kaufen, runde Tische und Kooperationsgespräche durch die Mieter_innen und Initiativen der Friedelstraße sind größtenteils durch die Eigentümer nicht erwidert worden und somit ebenfalls  gescheitert.

 Kein Einzelfall

Die letzten beiden Jahre wurden geprägt durch immer wieder neue Räumungsdrohnisse gegen rebellische und solidarische Strukturen, sowie gegen Mieter_innen, die sich eine Mieterhöhung nicht leisten können. Zwangsräumen sind an der Tagesordnung. Berlin erfährt einen riesigen, andauernden Bauboom. Dabei wird aber so gut wie kein sozialer Wohnraum geschaffen, sondern bestehender Wohnraum saniert und teuer neuvermietet oder alte Häuser komplett abgerissen und neugebaut. Diese edlen Neubauten können sich viele Altmieter_innen nicht leisten und müssen wegziehen, meist an den Standrand. Die Hauseigentümer_innen machen durch die gesteigerte Miete hohe Gewinne. Die Rigaer Straße 94, das M99 und die Friedel 54 sind dabei Projekte, die besonderes Aufsehen erregen, da sie sich dem Druck widersetzen. Sie organisierten sich, bauten öffentlichen Druck auf und wehrten sich zum Teil auch militant gegen die Verdrängung.

Von Berlin nach Strausberg nach Barcelona

Dieser Trend ist nicht lokal begrenzt. In allen Städten können wir beobachten, wie einkommensschwache Menschen aus Vierteln verdrängt werden. Sei es durch Luxussanierungen, Ferienwohnungen oder Zuzug. Sobald die Nachfrage nach Wohnraum steigt, kann dieser teurer verkauft werden. Wohnraum gibt es in verdichteten Stadtbereichen nur begrenzt, bei vielen Nachfragen, können die Eigentümer_innen die Miete steigern und werden durch die hohe Nachfrage immer wieder Leute finden, die gewillt sind die hohen Preise zu zahlen. Ausgeschlossen werden alle, die sich das nicht leisten können.

Bedürfnisse nach Wohnraum, Essen und Mobilität können noch so groß sein. Sie sind im Kapitalismus irrelevant, wenn die Menschen kein Geld haben, um sie zu befriedigen. Der größte Hunger ist egal. Wenn kein Geld da ist, bleibt der Hunger trotzdem. So gerne Menschen auch im Innenstadtbereich wohnen würden, wer dort wohnen kann regelt nicht die Nachfrage, sondern die Einkommen. Dies sieht man vor allem daran, dass Menschen täglich zwangsgeräumt werden, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten können, da so Platz für neue Mieter_innen gemacht werden, die sich die neue Miete leisten können.

Auch in Strausberg haben wir vor kurzem im Stadtgebiet großflächig greifende Mieterhöhungen erfahren, kurz nachdem der Nordheimbund sich auflöste, der vorher Mietberatung stellte und sich gegen Mieterhöhungen wehrte. Parallel werden Wohnungen saniert und große, mit Blick auf den See gelegene Wohnungen gebaut, die sich wohl nur wenige Leute leisten können. Auch wenn der Trend nicht so stark ist, wie in den Großstädten, so wird sich auch hier eine kontinuierliche Mieterhöhung einstellen.

 Und jetzt?

Der Kiezladen Friedel 54 stehen Beispielhaft für Widerstand gegen Mieterhöhung und Verdrängung. Die Räumung zu verhindern ist deswegen nicht nur ein Zeichen gegen selbiges, sondern auch ein aktiver Akt, die Logik des Profits mit der Miete abzulehnen. Gegen Verdrängung zu kämpfen, heißt antikapitalistisch zu kämpfen. Auch wenn wir damit nicht von heute auf morgen die Welt verändern können, so ist es für die Bewohner_innen und für den Laden ein wichtiger solidarischer Akt. Außerdem ist ein Schritt hin, die Gesamtscheiße zu überwinden und ein solidarisches Miteinander zu organisieren.

Achtet auf Ankündigungen. Am Tag X die Räumung verhindern. Und am 8. Juli nach Hamburg fahren!

 

Fest der Nachbar*innen am 20. Mai!

Utopia e.V. - 9 Mai, 2017 - 16:51

Hiermit seid ihr herzlich zu unserem „Hoffest der Nachbar*innen“ am Samstag, den 20.05.2017, von 15:00 bis 21:00 Uhr eingeladen! Wir wollen gemeinsam mit euch eine schöne Zeit bei Spiel und Spaß, Musik (live & aus der Konserve) und Buffett & Bar verbringen. Wo? Auf dem Hof der Berliner Str. 24!

Wir freuen uns über euer Kommen!

Antifaschistische Grüße-
die Leute vom Utopia e.V.

Rede zum Tag der Befreiung am 8. Mai

Utopia e.V. - 9 Mai, 2017 - 16:49

An dieser Stelle dokumentieren wir den Redebeitrag des Utopia e.V. anlässlich der Feierlichkeiten in Frankfurt (Oder) zum 72. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Anwesende,

zunächst möchte ich mich bei den Veranstalter_innen bedanken, dass sie mir die Gelegenheit geben, heute hier sprechen zu können. Ich bin, wie erwähnt, Mitglied des Frankfurter Vereins Utopia. Wir leisten seit 1998 im Zeichen von Antifaschismus und Antirassismus Bildungs-, Kultur-, Jugend- und Beratungsarbeit.

Wir sind eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Hintergründe, die sich Woche für Woche dafür einsetzen, diese Welt zu einer lebenswerteren zu machen. Damit sind wir mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Wir sehen uns selbst als Antifaschist_innen, die die Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus wach halten wollen. Den Aufstieg der AfD und die Verschiebung des Diskurses nach Rechts, der Anstieg rassistischer Gewalt, die Wahlerfolge von Trump, Erdogan, Le Pen und Putin, den Brexit, die wachsende EU-Skepsis zugunsten eines starken Nationalismus in Europa, den Krieg in Syrien und der Ukraine, betrachten auch wir mit Sorge. Ohne die unterschiedlichen Nuancen verwischen zu wollen, stehen diese Menschen, Ereignisse oder Schlagworte für eine Welt, die wir so nicht wollen. Sie bilden den großen Rahmen für unsere Politik, die wir auf dem Boden dieser Stadt praktizieren – wenn wir etwa über die Ideologie der Frankfurter AfD aufklären, Betroffene rechter Gewalt betreuen oder uns neonazistischen Aufmärschen in den Weg stellen.

Wir arbeiten mit mal mehr, mal weniger Ressourcen daran, die Welt gerechter, friedlicher, solidarischer zu machen. Doch in den letzten Jahren frage ich mich vermehrt: Wie wirksam ist das eigentlich? Worin liegen die Ursachen dafür, dass sich die Welt so zunehmend düster gestaltet?

Ich kann Ihnen – und auch mir selbst – hier leider nicht die umfassende Antwort auf diese Fragen liefern, und Ihnen – und mir – auch nicht den genauen Weg zu einer besseren Welt weisen. Das sage ich nicht, weil ich um eine Antwort verlegen bin, sondern weil ich glaube, dass unsere linken Antworten nicht einfach sind. Richtig sind sie zwar, aber nicht einfach.

Ich habe mich dazu entschieden, in der Kürze der Zeit zumindest zu versuchen, einige Erklärungsansätze zu formulieren.

In der hiesigen Debatte, in Gesprächen ebenso wie in den linken Medien, findet sich zu den Ursachen des erstarkenden Nationalismus und Rassismus doch einiges:

Sehr beliebt ist die Frage, ob wir als Linke (Partei oder Bewegung) eine falsche Politik gemacht haben. Haben wir – so die Erzählung beispielsweise in der Tageszeitung „Neues Deutschland“ – die Klasseninteressen der Unterschicht vernachlässigt und sie daher in die Arme rechter Parteien getrieben? Hat sich die radikale Linke zu stark einer Identitätspolitik gewidmet, die bei den Themen Rassismus und Sexismus eine politische Korrektheit einfordert, die „die da unten“ eher abschreckt? Die Unterschicht – so die Annahme – wähle rechte, faschistische Parteien, weil die Linke keine alternativen Angebote bereithielte. Anders gesagt: die Unterschicht artikuliere mit der Wahl rechter Parteien ein soziales und ökonomisches Bedürfnis.

Oder – eine andere These – liegt der Hang zu Rassismus und autoritärem Denken in der Bildungsferne begründet, wie es uns linksliberale Medien Glauben machen wollen? Müsste man die Menschen nur besser bilden und aufklären, damit sie aufhören, Nicht-Deutsche zu hassen?
Beide Positionen – es gibt sicherlich Zwischentöne, aber bleiben wir grob bei diesen beiden – gehen von falschen Annahmen aus, die ich im folgenden benennen werde:

Erstens wählt „die Unterschicht“ nicht in solcher Reinform rechte Parteien. Das Klientel bei AfD, Trump und Co. besteht natürlich auch aus ihnen, aber eben nicht zum überwiegenden Teil. Die gut Situierten bilden das Stammkapital dieser rechten Bewegungen. Die Unterschicht zieht ihre Konsequenzen aus der neoliberalen Politik der vergangenen Jahrzehnte eher darin, dass sie gar nicht wählen geht.

Zweitens ist es schon ein starkes Stück, jenen, die sich seit Jahren für die Belange der Entrechteten, sozial Deklassierten und Armen einsetzen, vorzuwerfen, dass sie sich nicht genügend den Belangen der unteren Schichten annehmen. Ob es sich nun um Geflüchteteninitiativen, um die Harzt-IV-Beratung oder linke Gewerkschafter_innen handelt– die Linke (die Partei ebenso wie dieBewegung) steht meiner Meinung nach als einzige für Solidarität mit den gesellschaftlich Diskriminierten und Gedemütigten ein. [1]

Drittens: Rassismus ist kein Problem der Dummen. Seit Jahr und Tag beten wir die Erkenntnisse der Heitmeyer-Studie herunter, nämlich dass faschistische Denkmuster (Rassismus, Hang zum autoritären Denken und Diskriminierung aller jenseits der sogenannten Normalität) überall in der Gesellschaft zu finden sind. Und nun sollen es plötzlich überall die Armen sein, die gegen Geflüchtete Stimmung machen?

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Es gibt Rassismus in der Unterschicht. Wer sich die Nazi-Demonstrationen der letzten Jahre in unserer Stadt angeschaut hat, weiß, wovon ich rede. In einer Stadt mit solch einer Armuts- und Arbeitslosenquote ist es aber nunmal so, dass Armut und Rassismus zusammenfallen und uns nicht ständig der Mittelständler mit faschistischem Weltbild über den Weg läuft.

Der Aufstieg der rechten Parteien hat meiner Meinung seine Ursachen in folgendem:

Erstens: Zu einem weiten Teil besteht das Wählerklientel der Rechten aus Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss, Akademiker_innen, Unternehmer_innen und anderen Angehörigen der Mittel- und Oberschicht. Sie befürworten klar den neoliberalen Kurs der rechten Parteien, sie wählen bewusst jene, die ihre wirtschaftlichen Interessen schützen.

Zweitens: Zu einem weiteren Teil besteht das Wählerklientel aus den Abgehängten, aus jenen, denen der soziale Abstieg droht oder die zumindest glauben, dass ihnen dieser droht. Sie wählen rechts in der Aussicht auf Gehör, auch aus Protest oder weil die Linke für sie nicht wählbar ist. Die bis dato regierenden Parteien haben sich von einer Politik für die Unterschicht und untere Mittelschicht abgewendet. Sie vertreten – seit jeher oder seit einiger Zeit – neoliberale Positionen. Wer es nicht selbst schafft, aufzusteigen, ist selbst dran schuld, so die Botschaft an „die da unten“.

Drittens: Zu einem weiteren Teil besteht das Wählerklientel der Rechten aus jenen, die eine bewusste, mündige Wahl für den Faschismus treffen. Unabhängig von ihrem und manchmal sogar gegen ihren Klassenstandpunkt. Sie werden angezogen von dem propagierten Nationalismus, dem Rassismus, der völkischen Ausstrahlung, dem autoritären Stil, den dort vertretenen Verschwörungstheorien. Thomas Ebermann, Autor in der Zeitschrift Konkret, sprach kürzlich davon, dass es die systembedingte Verrohung ist, die Menschenfeindlichkeit hervorrufen kann. Er bezieht sich dabei auf die kritische Theorie und ihre Feststellung, dass der moderne Kapitalismus den Faschismus hervorbringt bzw. hervorbringen kann, unabhängig von der Klassenzugehörigkeit. [2]

Wenn man sich also das Wählerklientel rechter Parteien und Bewegungen anschauen, wird klar, dass sich Menschen für die faschistische Idee unterschiedlich mobilisieren lassen. Daher ist die Frage, wer die faschistische Trägerschicht ist, nicht leicht zu beantworten. Und offenbar lässt sich im Neoliberalismus ganz unterschiedlich für diese Ideologie Anhänger_innen gewinnen. (über die Gewinner, die Mittelschicht; über die Abgehängten, die Angst; unabhängig von den Klasseninteressen, über Rassismus).

Ich möchte nun versuchen, zwei Antworten auf die Frage zu finden: Was können wir als Linke tun, um den weiteren Aufstieg des Faschismus zu verhindern?

Wir müssen klare Kante zeigen gegen die AfD – sowohl weil sie nationalistisch und rassistisch ist, als auch, weil sie neoliberal ist. Dazu gehört auch, die sogenannten „Sorgen“ der Bürger_innen als rassistische Vorurteile zu benennen und zu ächten, anstatt sie mit einem eigenen „nationalen Denken“ einzufangen. Es kann mir niemand mehr ernstlich Glauben machen, die Geflüchteten seien Schuld an den schlimmen sozialen Zuständen!

Wir müssen es schaffen, den barbarischen Charakter des neoliberalen kapitalistischen Wirtschaftssystems offenzulegen und zu vermitteln. Dazu gehört auch, gegen den Klassismus der regierenden Parteien oder den offiziellen Medien Stellung zu beziehen. Ein System, das auf Konkurrenz setzt, und das letztlich auch die physische Ausschaltung des Gegenübers als Option enthält, kann für uns Linke keine Option sein. Wir müssen die weltweiten Ausbeutungsverhältnisse kritisieren und die Alternativen aufzeigen. Kapitalismus ist von Menschen gemacht, und kein in Stein gemeißeltes Prinzip. Daher müssen wir politische Visionen weiterentwickeln und den Menschen näher bringen. Diese Visionen müssen auf Prinzipien der Gleichheit, Gerechtigkeit, internationalen Solidarität und umfassenden Teilhabe beruhen. Unsere Prinzipien als Linke müssen dem antinationalen Humanismus dienen, denn dieser macht uns aus.

Dafür stehe ich gerade hier und heute, am Denkmal für die sowjetischen Soldatinnen und Soldaten, am Tag der Befreiung. Damit wir nicht vergessen, was passiert, wenn Faschismus zur Mehrheitsmeinung wird.

Vielen Dank.

[1] Vereinsintern besteht bei diesem Punkt keine Einigkeit – insbesondere, seitdem sich der Parteiflügel um Sahra Wagenknecht mit nationalen Parolen hervortut, oder weil es unter der rot-roten Brandenburger Landesregierung zu Abschiebungen, beispielsweise nach Afghanistan, kommt. Wir möchten daher betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Wahlempfehlung für DIE LINKE handelt.
[2] Vgl. Thomas Ebermann, Die Nationale. Wie rechte Linke für die Rückkehr zu nationaler Souveränität und Kleinstaaterei in Europa werben, und Ders., Die nächste Barbarei. Haben Fehler und Versagen der Linken den Aufstieg der Rechten befördert?, in: konkret 3/2017 und 4/2017, S. 12-17 und S. 28-33.

Soliparty für´s Oderbruchopenair am 27. Mai

Horte - 3 Mai, 2017 - 18:15

Das OBOA ist ein kostenloses Open Air bei Gorgast (tiefster Oderbruch). Seit 15 Jahren findet das Festival im Fort Gorgast statt und wird durch viel Gruppen und Einzelpersonen ehrenamtlich organisiert. Das Fort bietet viel Räume für unterschiedlichste Floors und Musikgeschmäcke, sowie für jede Menge liebevollen Schnick-Schnack. Wir selbst sind immer wieder Party-Gäste, aber auch helfende Hände gewesen.Merkt euch schon mal den 11. & 12. August vor, da wird´s nähmlich stattfinden.

Grund genug für, mal ne Soliparty zu schmeißen!

Musikalisch wirds bunt wie beim OBOA:

Live: Die Tunnel (Garage Punk) + tba (crossover)

Dose: Matjes (Punk) + New Kill (all times classics) + Lion Yanz (Dub, Reggae)

Dazu gibt es lecker Soli-Drinks.

Wie immer gilt: No Sexism, No Racism, No other Bullshit!

http://www.oboa.de/wordpress/

Infoveranstaltung am 10.3.: Spion*in unter Freund*innen – Verdeckte Ermittler*innen in Sozialen Bewegungen

Utopia e.V. - 22 Februar, 2017 - 12:35

Fälle von verdeckten Ermittler*innen wie Simon Brenner, Iris Plate, Maria Böhmichen und Mark Kennedy tauchen in trauriger Regelmäßigkeit in der Geschichte des politischen Aktivismus auf. Doch was sind ihre Methoden und wie gehen sie vor, um Vertrauen zu wecken und Freundschaften zu schließen? Darüber wollen wir mit Jason Kirkpatrick sprechen und wollen auch einige falsche Vorstellungen über Spitzel entlarven.
Jason war lange Zeit mit Mark Kennedy befreundet, der als verdeckter Ermittler in die englische Klimabewegung eingeschleust wurde. Darüber hinaus beschäftigte sich Mark Kennedy auch mit der Anti-G8 Protestbewegung im Jahr 2007, sowie mit der Antifa- und Tierrechts-Bewegung. Jason ist auch einer von 170 Zeug*innen gegen Spitzel für den unabhängigen “Untersuchungsausschuss zu verdeckten Ermittler*innen” (“Undercover Policing Inquiry” – UCPI.org.uk).
Jason zeigt auch kurze Ausschnitte seines aktuellen Dokumentarfilm-Projektes Spied Upon.

Freitag, 10. März, 18:00 Uhr
Kontaktladen, Berliner Str. 24

unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg, Regionalbüro Cottbus

Inhalt abgleichen